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Schramme, Karola Christine (2003): Nachweis von Salmonella spp. bei Landschildkröten. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

In the present study an efficient procedure for detecting salmonellas in feces of tortoises should be established. First of all a survey of occurrence of salmonellas in reptiles and their importance for reptiles as well as for man is given. Next an appropriate incubation temperature for multiplying salmonellas of reptilian origin in a selective enrichment medium was evaluated. Furthermore 86 salmonella strains isolated from reptiles were tested on nine different selec-tive solid media for their appearance; these media were BPLS-, DCLS-, HE-, MLCB-, ÖNÖZ-, RAMBACH-, SS-, WS- and XLD-Agar. The media were reviewed according to their qualification in identifying those strains. Finally 167 fecal samples of tortoises of different species and two lizards from Munich area were examined according to the former established procedure whether or not they harboured salmonellas. Therewith the suitability of this method should be determined and the incidence of salmonellas of these tortoises should be investigated. Following results were obtained: The best growth of salmonellas resulted from RAPPAPORT-VASSILIADIS and selenite cystine enrichment broth at an incubation temperature of 35-37 °C. The higher critical temperature for incubation of RAPPAPORT-VASSILIADIS enrichment medium is 42 °C; especially Salmonella subspecies IIIb often are inhibited in this medium at this temperature. For isolating salmonellae as well as for inhibiting competing organisms, an incubation temperature of 41 °C is emphasized for enrichment in RAPPAPORT-VASSILIADIS broth. Neither temperature investigated had any inhibitory effect on the growth rate of salmonellas in selenite cystine medium, but its inhibitory activity on competing organisms proved strik-ingly less, too. RAPPAPORT´s enrichment medium supports growing of salmonellas of reptilian origin least of all. For isolation of salmonellas from tortoises BPLS- and XLD-agar proved best for direct strik-ing as well as after previous enrichment in either RAPPAPORT-VASSILIADIS or selenite cystine medium or both. For investigation of snakes and lizards MLCB- or eventually WS-agar should be used. For achieving a most reliable statement at least two different agar media should be used for direct plating as well as for enrichment subculture. RAPPAPORT-VASSILIADIS and se-lenite cystine enrichment medium should be used simultaneously and spread on at least twice at different times of incubation. On account of the intermittent excretion of salmonellas sev-eral fecal samples should be examined. The more extended the effort the better the results will be. Though a single negative result never is absolutely reliable. In this study the incidence of salmonellas in tortoises – investigating only a single sample from each animal – ranks at about 10 %. Two out of 18 tortoises positive for salmonellas originated from different private owners; the remaining 16 belonged to two stocks of a pet shop. Therefore statements about higher incidence of wild cut or home bred tortoises were not practicable.

Abstract

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollte eine geeignete Methode für den Nachweis von Salmonellen bei Landschildkröten gefunden werden. Vorab wurde ein Überblick über das Vorkommen von Salmonellen bei Reptilien und die Be-deutung dieser Mikroorganismen sowohl für die Reptilien selbst als auch für den Menschen gegeben. In der Untersuchung wurde eine für die Vermehrung von Reptiliensalmonellen in der Selek-tivanreicherung geeignete Inkubationstemperatur ermittelt. Im Weiteren wurden 86 Salmonel-lenstämme, die aus Reptilien isoliert worden waren, auf neun verschiedenen Salmonellen-Selektiv- und Differenzierungsnährböden auf ihre Koloniemorphologie hin geprüft; diese wa-ren der BPLS-, DCLS-, HE-, MLCB-, ÖNÖZ-, RAMBACH-, SS-, WS- und XLD-Agar. Die Nährböden wurden nach ihrer Eignung für die Identifikation dieser Salmonellenstämme beur-teilt. Schließlich wurden in einer Feldstudie 167 Kotproben von Landschildkröten verschiedener Arten und zwei Echsen im Münchner Raum nach der vorher ermittelten Methode auf das Vorhandensein von Salmonellen untersucht. Damit sollte die Eignung der Methode überprüft und die Salmonelleninzindenz unter diesen Landschildkröten festgestellt werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchung waren: Die schnellste Vermehrung von Reptiliensamonellen erfolgte bei einer Inkubationstemperatur von 35 und 37 °C in der Salmonella-Anreicherungsbouillon nach RAPPAPORT und VASSILIADIS und der Selenit-Cystin-Anreicherungsbouillon. Die obere kritische Tempera-tur für die Bebrütung der Samonella-Anreicherungsbouillon nach RAPPAPORT und VASSILIADIS liegt bei 42 °C; vor allem Salmonellen aus Subspezies IIIb können sich bei dieser Temperatur in diesem Medium oft nicht vermehren. Um ungehindertes Salmonellen-wachstum bei größtmöglicher Hemmung der Begleitflora zu erzielen, wird deshalb eine Inku-bationstemperatur von 41 °C für das Selektivanreicherungsmedium nach RAPPAPORT und VASSILIADIS vorgeschlagen. Die Selenit-Cystin-Anreicherungsbouillon hatte bei keiner der untersuchten Temperaturen einen negativen Effekt auf das Wachstum von Salmonellen, wirk-te jedoch auch auf die Begleitflora weniger hemmend. Die Samonella-Anreicherungsbouillon nach RAPPAPORT unterstützt das Wachstum von Reptiliensalmonellen am wenigsten. Für die Isolation von Salmonellen aus Landschildkröten erwiesen sich – sowohl im Direkt-ausstrich als auch nach vorheriger Selektivanreicherung – besonders der BPLS- und der XLD-Agar als geeignet. Für den Nachweis von Salmonellen bei Schlangen und Echsen sollte unbedingt der MLCB- oder auch der WS-Agar mitgeführt werden. Um eine möglichst sichere Aussage zu erlangen, sollten sowohl für den Direktausstrich als auch nach Anreicherung mindestens zwei verschiedene Differenzierungsnährböden verwendet werden. Die RAPPAPORT-VASSILIADIS- und Selenit-Cystin-Anreicherungs-bouillon soll-ten parallel eingesetzt und zu mindestens zwei verschiedenen Bebrütungszeiten auf feste Nährmedien überimpft werden. Aufgrund der intermittierenden Ausscheidung sollten mehrere Kotproben untersucht werden. Je größer der Aufwand ist, umso höher wird auch die Nach-weisrate sein. Dennoch ist ein negatives Ergebnis niemals 100 % sicher. Die Salmonelleninzidenz unter den hier untersuchten Landschildkröten liegt bei einmaliger Probennahme bei ca. 10 %. Zwei der 18 salmonellenpositiven Schildkröten stammten aus verschiedenen Privathaltungen, die übrigen 16 aus zwei getrennten Beständen einer Zoohand-lung. Eine Aussage über eine höhere Inzidenz bei Nachzuchttieren oder Wildfängen war aufgrund dieser Tatsache nur bedingt möglich.