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Bareth, Melanie (2009): Vergleich der röntgenologischen und computertomographischen Darstellung pathologischer Veränderungen am Tarsalgelenk des Pferdes. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

VI. Zusammenfassung Melanie Bareth Vergleich der röntgenologischen und computertomographischen Darstellung pathologischer Veränderungen am Tarsalgelenk des Pferdes Die Computertomographie hat in den letzten Jahren in der Lahmheitsdiagnostik als bildgebendes Verfahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Bisher gibt es nur wenige klinische Arbeiten am Tarsalgelenk des Pferdes, welche den diagnostischen Gewinn der CT im Vergleich zum Röntgen untersuchen. Ziel dieser Arbeit war es daher, den klinischen Nutzten der CT im Vergleich des Röntgens am Tarsalgelenk des Pferdes in der Lahmheitsdiagnostik zu untersuchen. Im Rahmen dieser Arbeit wurden von 50 Pferden röntgenologische und computertomographische Befunde im Zeitraum vom 01.01.2007 bis zum 21.03.2009 erhoben und verglichen. Alle Tiere gehörten zum Patientengut der Tierärztlichen Klinik für Pferde in Aschheim. Eine Selektion nach Alter, Rasse oder Geschlecht fand nicht statt. Die CT Untersuchungen erfolgten mit dem TOMOSCAN M/EG von der Firma Philips - einem Gerät der 3. Generation. Die Patienten wurden im Rahmen einer klinischen Lahmheitsdiagnostik untersucht, in deren Verlauf auch die Röntgenaufnahmen angefertigt wurden. Erst im Anschluss erfolgte die Untersuchung mittels CT. Um die Aussagekraft der beiden bildgebenden Verfahren vergleichen zu können, fand die Einteilung der Untersuchungsergebnisse in die Kategorien „Röntgenbefund eindeutig“, „Röntgenbefund fraglich“ und „röntgenologisch ohne Befund“ statt. In die erste Kategorie fielen 3 der 50 Patienten (8%), in die zweite Kategorie 21 Patienten (43%) und in der dritten Kategorie waren es deutliche 26 Patienten (50%). Um eine weitere Differenzierung und Vergleichbarkeit des Einflusses der CT-Untersuchung zu erhalten, wurden die CT-Ergebnisse in folgende Kategorien eingeteilt: „Röntgenverdacht erweitert“, „CT als OP-Grundlage“, „Neubefundung im CT“, „ohne Befund“ und da es sich um eine klinische Studie handelt „Exitus in Folge der CT Untersuchung“. In die erste Kategorie fielen 16 der 50 vorgestellten Patienten (32%), bei denen bereits röntgenologisch eine Veränderung erkennbar war. In der zweiten Kategorie waren es 7 Patienten (14%), bei welchen die CT-Untersuchung die Grundlage für einen operativen Eingriff lieferte. Die dritte Kategorie umfasste 25 Patienten (50%), deren röntgenologische Untersuchung ohne Befund war. Bei diesen 50% war erst anhand der CT-Untersuchung eine Befunderhebung möglich. Der Patient in Kategorie vier zeigt, dass bei klinischen Studien ein kleiner Prozentsatz (2%) als Ausreißer betrachtet werden kann. Der Patient aus der letzten Kategorie spiegelt das Risiko der Vollnarkose und die damit verbundenen Risiken wider, die allerdings mit 2% als sehr gering einzustufen sind. Auf Grund der hier gewonnenen Ergebnisse wird deutlich, dass sich der Einsatz der Computer-tomographie insbesondere bei unklaren oder bei nicht vorhandenen Röntgenbefunden bewährt, ebenso wie zur genauen Vorbereitung von operativen Eingriffen. Die Computertomographie ermöglicht eine genauere Beurteilung und trägt dadurch zu einer gesicherten Diagnosestellung bei. Dennoch ist eine präzise klinische Voruntersuchung unabdingbar um den zu untersuchenden Bereiche genau einzugrenzen, welcher als Sitz der Lahmheitsursache in Frage kommt. Der hohe finanzielle und technische Aufwand ebenso wie das erhöhte Risiko durch die erforderliche Vollnarkose werden gerechtfertigt durch das deutlich erhöhte diagnostische Potential.