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Janitza-Futterer, Dorothee (2003): Serologische Untersuchungen zur endemischen Situation der Infektion mit dem FSME-Virus in einer südbadischen Pferde- und Hundepopulation. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

population in southwestern Germany To determine the expansion of TBE infection of horses, this seroepidemiological study took place in a known endemical area, the western Bodensee/ Hochrhein region, in which the horses (n= 205) were chosen randomly. In this area the anti-body development was tracked by testing the sample three times over one year. The existence of TBE antibodies in dogs (n= 243) were also checked in the same area over the same period. A commercially obtainable ELISA (Labor Alomed, Radolfzell) was used in this anti-body determination. Random samples of the results were double checked by a neutralisation test (reference method, Baxter-Immuno, A-Orth a.d. Donau, Austria). In the first examination 48 out of 205 horses in the chosen population were tested positive. The percentage of seropositive horses in the examination area increased significantly from east to west (p= 0,001), which allowed the classification of a highly endemical area (31 % positive) and a lower endemical area (4 % positive). The anti-body titer increased significantly during the examination period. The probability of the seropositivity of a horse depended if (p= 0,001) and how often the horse visits pastures (p= 0,021). The percentage of seroreagents increased with the age of the horses (p= 0,011). A racial or sex disposition was not present. The serological examination of the dogs resulted in 71 seroreagents out of 243 (29,2 %). A geographical westward increase was noticed; however the area could not be marked out as well as could be done with the horses. This result can be explained by the higher mobility of the dogs within an area in comparison to the horses. The features: Length of fur (p= 0,015), Colour shades (p= 0,004), frequent forest contact (p= 0,001) and age (p= 0,011) are significant for dogs. A disposition for size and sex is not relevant. The probability of seropositivity of a dog increased with the features “long, fair fur” and “frequent forest contact”. The seropositivity increased with the age of the dogs; dogs younger than one year and older than 12 years had much less antibodies against the TBE virus. Zusammenfassung 131 Dogs and horses are good indicators for mapping endemical areas, because they often show seroconversion and normally have a high exposure to ticks because of the way they are kept. The proportion of the seroreagents of dogs and their average number of antibody titers in the research area were significantly higher than the average number of the. horses. Due to the result of this serological research with dogs, an endemical area can be spottet with a higher probability. Horses can then be used to narrow in the endemic areas and to find “hot spots” in low endemic areas. During the period of the research no symptoms were observed, which could give hints of a possible TBE infection, in either horses or dogs. In recent months some owners of seropositive animals have reported occurrences of bad health and temporary high temperatures which may or may not be related to TBE.

Abstract

Mit dem Ziel, Erkenntnisse zur Ausbreitung der FSME-Infektion beim Pferd zu gewinnen, wurden im Rahmen einer seroepidemiologischen Studie Probanden (n= 205) aus einem bekannten Endemiegebiet und dessen Umgebung in der Region westlicher Bodensee/ Hochrhein randomisiert ausgewählt. Durch eine dreimalige Untersuchung innerhalb eines Jahres konnte die Antikörperkinetik im Verlauf bestimmt werden. Darüber hinaus wurden in den entsprechenden Gebieten auch Hunde (n= 243) auf das Vorliegen von Antikörpern gegen das FSME-Virus hin untersucht. Zur Antikörperbestimmung wurde ein kommerziell erhältlicher ELISA (Labor Alomed, Radolfzell) verwendet. Die Ergebnisse wurden stichprobenartig durch einen Neutralisationstest (Referenzmethode, Baxter-Immuno, Orth a. d. Donau, Österreich) überprüft. Bei der serologischen Erstuntersuchung waren 48/205 Pferde (23,4 %) in der ausgewählten Population positiv. Der Anteil der seropositiven Pferde stieg im Untersuchungsgebiet von Osten nach Westen zu signifikant an (p= 0.001), was eine Einteilung in ein hoch endemisches Gebiet (31 % positiv) und in ein niedrig endemisches Gebiet (4 % positiv) ermöglichte. Die Antikörpertiter nahmen im Untersuchungszeitraum ebenfalls signifikant zu. Die Wahrscheinlichkeit der Seropositivität eines Reagenten war zudem von reiner Koppelhaltung (p= 0.001) und häufigem Weidegang (p= 0.021) abhängig. Eine Rassen- oder Geschlechtsdisposition lag nicht vor. Dagegen stieg der Anteil der seropositiven Reagenten mit dem Alter an (p= 0.011). Die serologische Untersuchung der Hunde ergab 71/243 positiven Reagenten (29,2%). Hinsichtlich der geopraphischen Veränderung der Seroprävalenz war ein tendenzieller Anstieg ebenfalls nach Westen hin zu erkennen, wobei die Gebietsgrenzen nicht so deutlich wie bei den Pferden abzustecken waren. Dieses Ergebnis lässt sich durch höhere Mobilität der Hunde und geringere Standortfestigkeit innerhalb eines Gebietes im Vergleich zu den Pferden erklären. Zusammenfassung 129 Die Merkmale Felllänge (p= 0.015), Farbabstufung (p= 0.004), häufiger Waldkontakt (p= 0.001) und Alter (p= 0.011) sind beim Hund signifikant. Es liegt keine Disposition für Größe und Geschlecht vor. Die Wahrscheinlichkeit der Seropositivität eines Reagenten stieg bei den Merkmalen „langes, helles Fell“ und „häufiger Waldkontakt“ an. Mit zunehmendem Alter nahm die Seropositivität zu, um dann wieder abzunehmen. Junghunde unter einem Jahr und Hunde über 12 Jahre wiesen deutlich weniger Antikörper gegen das FSME-Virus auf. Hunde und Pferde eignen sich gut als Indikatoren zur Kartierung für Endemiegebiete, da sie häufig eine Serokonversion zeigen und aufgrund ihrer Haltungsweise in der Regel eine hohe Zeckenexposition aufweisen. Der Anteil der seropositiven Reagenten bei den Hunden und deren durchschnittlich erreichte Antikörpertiter waren im Untersuchungsgebiet signifikant höher als jene der Pferde. Deshalb kann durch serologische Untersuchungen beim Hund ein endemisches Gebiet mit einer höheren Wahrscheinlichkeit angezeigt werden. Der Vorteil von Untersuchungen bei Pferden kann dahingehend bewertet werden, dass diese innerhalb eines Gebietes in der Regel standorttreuer sind und sich daher besser zur Feineinteilung endemischer Bezirke eignen, so z. B. zur Auffindung von „Hot spots“ in niedrig endemischen Gebieten. Im Untersuchungszeitraum wurden weder bei den seropositiven Pferden noch bei den Hunden Symptome beobachtet, die Hinweise auf eine Erkrankung an FSME geben könnten. Völlig unspezifisch berichteten die Besitzer seropositiver Tiere gelegentlich von vorübergehendem Fieber und schlechtem Allgemeinbefinden ungeklärter Ursache in den vergangenen Monaten.