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Zimmermann, Romina (2010): Status epilepticus und epileptische Anfälle beim Hund. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Ziel der vorliegenden Studie war es, die Ätiologie von epileptischen Anfällen sowie insbesondere des Status epilepticus zu analysieren und das relative Risiko, epileptische Anfälle oder einen Status epilepticus zu entwickeln, zu bestimmen. Verschiedene Einflussfaktoren wie Alter bei Anfallsbeginn, Rasse und Geschlecht sollten bewertet und der Krankheitsverlauf von Hunden mit Status epilepticus evaluiert werden. Außerdem sollte die Prävalenz epileptischer Anfälle und des Status epilepticus in der Klinikpopulation bestimmt werden. Die Auswertung der medizinischen Daten von 394 Hunden, die zwischen 1. Januar 2002 und 31. März 2008 an der Medizinischen Kleintierklinik wegen epileptischen Anfällen behandelt wurden, erfolgte retrospektiv. Die Prävalenz epileptischer Anfälle im Klinikkollektiv betrug im Untersuchungszeitraum 2,6 %, die Prävalenz des Status epilepticus 0,7 %. Weiblich kastrierte Hunde zeigten ein höheres Risiko, epileptische Anfälle (p = 0,009; RR = 1,37) und einen Status epilepticus (p = 0,001; RR = 2,00) zu entwickeln. Golden Retriever (p < 0,001; RR = 2,04) und Beagle (p = 0,016; RR = 2,35) zeigten ein höheres Risiko, epileptische Anfälle zu entwickeln, während Deutsche Schäferhunde ein erhöhtes Risiko zeigten, einen Status epilepticus zu entwickeln (p = 0,016; RR = 2,17). Hunde mit reaktiven epileptischen Anfällen aufgrund einer Vergiftung hatten ein höheres Risiko, einen Status epilepticus zu entwickeln (p < 0,001; RR = 2,74), vor allem als Erstmanifestation einer Anfallserkrankung (p = 0,001; RR = 1,97). Nach einem Status epilepticus zeigten Hunde mit symptomatischer Epilepsie niedrigere Überlebenswahrscheinlichkeiten als Hunde mit idiopathischer Epilepsie (p < 0,001) oder reaktiven epileptischen Anfällen (p = 0,005). Bei Hunden, die einen Status epilepticus als Erstmanifestation einer Anfallserkrankung zeigen und anamnestisch eine Vergiftung nicht ausgeschlossen werden kann, sollte diese immer als mögliche zugrunde liegende Ursache mit in die diagnostische Aufarbeitung einbezogen und entsprechende Untersuchungen sowie gegebenenfalls eine spezifische Therapie eingeleitet werden. Bei adäquatem Management und gezielter Therapie kann diesen Hunden eine sehr gute Prognose gegeben werden.