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Schwamberger, Sabine (2009): MHC-haploidente Stammzelltransplantation mit nativem Knochenmark und CD6-depletierten Blutstammzellen beim Hund als präklinisches Modell. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, im DLA-haploidenten präklinischen Transplantationssystem des Hundes zu untersuchen, ob es durch die zusätzliche Gabe von CD6-depletierten peripheren Blutstammzellen möglich ist, die Ganzkörperbestrahlung zu reduzieren, ohne dabei das Risiko einer GvHD bzw. Abstoßung zu erhöhen. Dazu wurde das HLA-haploidente Transplantationsprotokoll von Prof. Dr. Kolb, das bereits in der Klinik eingesetzt wird, auf den Hund übertragen und diente als Ausgangspunkt der Versuche. In der Gruppe der Hunde, die mit insgesamt 10 Gy Ganzkörperbestrahlung konditioniert wurden, konnte gezeigt werden, dass die zusätzliche Gabe CD6-depletierter Stammzellen an Tag 6 einen vollen Chimärismus erzielt und die Ausbildung einer fatalen GvHD verhindern kann. Werden nur wenig CD6-depletierte Stammzellen transfundiert, bildet sich eine milde, transiente GvHD aus. Durch die myeloablative Konditionierung erreichte auch der Kontrollhund einen fast vollständigen Spenderchimärismus, jedoch kam es hier zu einer progredienten GvHD der Leber. Um nun zu untersuchen, in wieweit die Gabe der CD6-depletierten PBSCs auch bei reduzierter Bestrahlung Einfluss auf die Ausprägung einer GvHD hat, wurden drei Hunde transplantiert, deren Bestrahlung auf 2 x 3,3 Gy gesenkt wurde. Hier konnte gezeigt werden, dass sich nur durch die zweimalige Stammzellgabe ein voller Chimärismus ausbilden kann. Einer der beiden Hunde, die diese Zellen transfundiert bekamen, entwickelte eine letale GvHD der Leber. Da bei diesem Hund im Vergleich zum zweiten Hund, der vollkommen gesund ist, mehr als das Doppelte an CD4- und CD8-positiven Zellen im zweiten Transplantat enthalten waren, ist davon auszugehen, dass die CD6-depletierten PBSCs eine GvHD nicht verhindern können, wenn zu viele CD4- und CD8-positiven Zellen mit transplantiert werden. Die Kontrollhündin dieser Gruppe, die keine zusätzlichen Stammzellen erhielt, ist seit mehr als 10 Monaten eine gemischte, hämatopoetische Chimäre. In folgenden Langzeitbeobachtungen wird sich herausstellen, ob dieser Chimärismus dauerhaft ist oder ob sich das eigene Knochenmark der Hündin gegen das des Spenders durchsetzen wird. Um dann den letztendlichen Schritt zur nicht-myeloablativen Konditionierung zu versuchen, wurden zwei Hunde mit nur 1 x 3,3 Gy konditioniert. Beiden wurden CD6-depletierte PBSCs an Tag 6 transfundiert. Bei der ersten Hündin konnte anfangs ein gemischter Chimärismus erreicht werden, der allerdings nach Absetzen der Immunsuppression an Tag 30 verloren ging, da das Knochenmark der Hündin das des Spenders verdrängte. Bei der zweiten Hündin konnte ein hoher Spenderchimärismus etabliert werden, der auch nach Absetzen der Immunsuppression bestand. Die weitere Entwicklung dieses Hundes ist von besonderem Interesse. Möglicherweise kann aber auch ein transienter Chimärismus nach nicht-myeloablativer Konditionierung zur Toleranzinduktion in der Organtransplantation eingesetzt werden. Hierfür sind weiterführende Untersuchungen nötig.